Freitag, 22. Juli 2016
Living Peace: peacecamp 2017 in Lackenhof and in Vienna from July 4th to 14th, 2017
see http://2017.peacecamp.net/

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Living together with trauma
peacecamp 2016 in Lackenhof and in Vienna
Living together with trauma

peacecamp 2016, the fourteenth of its kind, included 37 teenagers – Jewish and Arab Israelis, Hungarian and Austrian, a small group of youngsters seeking asylum in Austria – and 16 adults experts in art-therapy, psychotherapy, group- and trauma therapy. Amongst these there was not one person who did not know what trauma was from his or her own personal experience, or from the experience of a person really close to them.

peacecamp brings together teenagers and adults from different parts of the world for a ten days’ encounter in a remote place in the Austrian mountains; here, they learn about each person’s personal identity, about their culture and religion and about actually prevailing social, political or other issues relevant to this group within each one’s life context. Here, they develop modes of coexistence based on solidarity, cooperation and empathy and on the understanding of each group’s narrative and perception of reality. Here they try to break away from a self-perception as victims, from blaming and accusing the respective other for whatever suffering and pain each one of them is enduring and to assume ownership and responsibility over their life. Here they learn to tell their stories and to respectfully listen to the stories of others, trying neither to judge nor to blame, because none of them, even though having had to endure in recent the past or enduring now a great deal of suffering, is not the author of the script history wrote for them.

They shared and learned about fates and blows of others, coming to the conclusion that there is suffering beyond their own; they learned that life had written for them scripts difficult to live through, but that they could now, in the present and the future, make their own choices and take ownership over new chapters and new developments of their lives.
A 16 years old “princess” from Aleppo will never forget the moment her mother locked their house before they went on a journey which brought them to a reception camp in Vienna; a 16 year old Afghani is not bothered any more by his mother waking him up to school – he came alone the whole long way and has no mother to wake him up and no school to attend right now. A young unaccompanied Somali refugee has no mother to ask what she is cooking; he left home alone, when 13 years old and is now 16, waiting for asylum. They learned about the fears of Israeli teenagers afraid of being stabbed on their way to school, about Arab teenagers feeling offended by such fears and by Israeli’s precautions against them.

They were asked in different workshops and settings what the word “peace” meant to each of them, what obstacles were standing in its way, but mainly, what they themselves could contribute to a more peaceful, to a less violent world which would be more welcoming, more safe and more rewarding to themselves and the people around them.

Ten days of debates, of games, of music, dancing and trying out new ways to cope with, and resolving tasks and problems proved that it is indeed possible to find ways of cooperation and of shared creativity, even if existing conflicts and problems still remained unresolved. That one could leave these problems unresolved as they were for the time being, and nevertheless find modes of shared action, leading to impressive results which can be shown to, and appreciated by others. And so, in only ten days of shared creativity it became possible to arrange a show4peace and to go on stage in a real theatre in front of a large audience puzzled and surprised to witness the results of joint, reflective, creative, artistic action.

All went home as “ambassadors of peace” with the mission to bring to wherever they had come from some of what they had learnt and taken with them from the experience peacecamp.


Peacecamp 2016:
https://www.youtube.com/watch?v=6nzvs_AM2Lc
show4peace 2016:
https://www.youtube.com/watch?v=4GcdqUvyXPU


Evelyn Böhmer-Laufer
July 2016

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Zusammen Leben mit Trauma
peacecamp 2016 in Lackenhof and in Vienna
Zusammen Leben mit Trauma

Im diesjährigen peacecamp 2016 gab es unter den 37 Jugendlichen – arabische und jüdische Israelis, Ungarn, Österreicher und in Österreich Schutzsuchende – kaum jemanden, der nicht wusste, was Trauma ist. Deshalb war es besonders hilfreich, dass es unter den 16 Erwachsenen – Künstlerin und Künstler, Historikerin und Historiker, Pädagogin und Pädagoge, Psychotherapeutin, Psychiater – gleich drei Trauma-Expertinnen und -Experten, drei Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Menschen mit besonderem Einfühlvermögen gab.

Eine 16-jährige „Prinzessin“ aus Aleppo, die niemals den Augenblick vergessen wird, als ihre Mama die Wohnungstür für immer abschloss, ein junger Afghane, den die Mutter morgens nicht mehr weckt, um ihn zur Schule zu schicken, ein 16-jähriger aus Somalia, dessen Odyssee in Traiskirchen nur ein vorläufiges Ende fand, junge Israelis, die Angst haben, am Weg zur Schule oder zur Freundin ein Messer in den Rücken zu bekommen, junge israelische Araber, die diese Angst als schikanös und diskriminierend empfinden, tauschten sich miteinander über ihre Lebensgeschichten, über die Geschichten ihrer Nationen, ihre Kultur und Religion, über ihre aus Angst und Zuversicht gesponnenen Zukunftsvisionen aus. Ein Experte führte diese Jugendlichen mit einer Mischung aus Takt, Feingefühl und politischer Korrektheit durch die tägliche „Großgruppe“, eine für die Auseinandersetzung mit sozialem oder politischem Konflikt für Erwachsene entwickelte Technik , die den jungen Leuten ein großes Maß an Belastbarkeit, Geduld, Empathie, Ausdauer und Standfestigkeit abverlangte. „Was bedeutet für dich das Wort Frieden, welche Hindernisse stellen sich ihm in den Weg, welchen Beitrag könntest du jetzt, welchen später einmal zu einem friedvolleren Zusammenleben in deinem Lebensraum beitragen?“ Dies waren die Fragen, mit denen sich alle, Jugendliche und Erwachsene, zehn Tage lang befassten; hierzu wurden quasi unlösbare Aufgaben spielerisch aufgelöst, Gespräche und Debatten auf höchstem Niveau und tränen- und spannungsgeladene Gruppendiskussionen geführt, um zu dem Schluss zu gelangen, dass es möglich ist, noch bestehenden Konflikten, unbewältigten Spannungsfeldern, ungelösten Problemen zu trotzen und gemeinsam und solidarisch kreative Wege zu beschreiten, die zu ungeahnter, herzeigbarer Leistung führen können. Und so standen sie nur neun Tage nach ihrer ersten Begegnung gemeinsam als Truppe auf der Bühne und es hieß „Vorhang auf“ für die „show4peace“, einmal in Lackenhof, dem winzig kleinen Ort am Ötscher, dessen Gebirgsluft unter mal strahlend blauem, mal Gewitter grollendem Himmel dieser beschwerlichen, aber heilsamen Reise ins eigene und des anderen Innere Rahmen und Kulisse bot. Im Dschungel Theater Wien standen sie dann alle gemeinsam auf einer echten Bühne in einem zum Bersten gefüllten Saal und brachten ihr Publikum mit einer Mischung aus Tanz, Percussion, Erzählkunst und Musik zum Schmunzeln, zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken.

So war peacecamp 2016: ein Zusammenleben mit dem Trauma

hier der Link zum diesjährigen peacecamp- Film https://www.youtube.com/watch?v=6nzvs_AM2Lc

show4peace 2016:
https://www.youtube.com/watch?v=4GcdqUvyXPU


Evelyn Böhmer-Laufer
Juli 2016

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Donnerstag, 30. Juni 2016
peacecamp 2016:
Nach dem Trauma – auf der Suche nach einem neuen Leben
Vier Gruppen aus Konfliktregionen – jüdische und arabische Israelis, Schüler aus Ungarn und eine gemischte Gruppe aus Österreich – verbringen gemeinsam elf Tage in der Abgeschiedenheit des Ötschergebirges, um im Dialog gegenseitiges Verstehen, ein positives, der Realität zugewandtes Selbstbild und Strategien der Lebensbewältigung in ihrem jeweiligen, mitunter neuen Lebensumfeld zu entwickeln.

Die Gruppen bestehen aus 16- bis 18-jährigen Schülern; sie kommen aus Familien, in denen sie selbst oder ein naher Familienangehöriger Traumatisierung durch Terror, Krieg, Verfolgung, Flucht, Entwurzelung, Diskriminierung oder andere extreme Lebensbedingungen erfahren haben. Die Jugendlichen beider Gruppen aus Israel wachsen unter permanenter Bedrohung durch Krieg und Terror auf; die ungarischen Jugendlichen – zweite Generation nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – sind mit einer Rückkehr zum Nationalismus und Formen der Diskriminierung konfrontiert. Diese Gruppe bringt „ungarische“ und Kinder aus Roma-Familien mit, die ihre jeweiligen Familien- und Lebenserfahrungen miteinander teilen werden. Die österreichische Delegation – eine um Schutzsuchende aus fünf verschiedenen Ländern (Syrien, Afghanistan, Somalia, Gambia und dem Kosovo) erweiterte Gruppe – wird ihren Jugendlichen Gelegenheit bieten aufzuzeigen, wie der euphemistisch verwendete Begriff „Migrationshintergrund“ auf unterschiedliche Stadien gelebten Traumas hinweist, der die Betroffenen vor gewaltige Hürden neuer Realitätsbewältigung stellt.

Von einer Gruppe von Experten – Künstlern, Pädagogen, Trauma-Pädagogen, Trauma-Therapeuten, Historikern, Lehrern – angeleitet, werden die Jugendlichen an Workshops teilnehmen, die folgende Themen in den Mittelpunkt stellen:
- Persönliche Verantwortung und möglicher Beitrag des Einzelnen zum „Frieden“/“Unfrieden“ in der eigenen Gesellschaft („4 questions concerning peace“ – siehe Anhang). Hierzu wird sich die Frage „Wie kann ich persönlich dazu beitragen, meine (Lebens-)Welt friedlicher zu machen?“ wie ein roter Faden durch das peacecamp ziehen.
- Persönliche Biografie („My family, my roots“)
- “Talks4Peace”: Hier stellen alle Gruppen für sie relevante sozio-politische Themen vor und suchen nach Strategien der Mitgestaltung ihrer sozialen Umwelt.
- Meine Kultur/Religion/Herkunft: Vier „culture evenings“, bei denen jede Gruppe in kreativ-lustvoller Weise Aspekte der eigenen Herkunft/ Religion/Kultur/Nation vorstellt.
- In der von einem Experten angeleiteten „Large Group“ wird es um die eigenen, bewussten, unbewussten, rationalen wie irrationalen Gefühle, um Vorurteile, Konflikte, und Bewältigungsversuche gehen.
- Unter der Anleitung von zwei Künstlern werden sich die Jugendlichen mit diesen Themen in kreativer Weise auseinandersetzen, um sie schließlich zu einem gemeinsamen, herzeigbaren Ergebnis zusammenzufassen und einem Publikum zu zeigen. („Show4peace“)
- Im Rahmen eines offiziellen Schlussakts werden alle Teilnehmenden (Jugendliche und Erwachsene) zu Botschaftern des Friedens ernannt: Ein Dokument („Ambassador of Peace“-Zertifikat) soll sie daran erinnern, dass „Frieden“ für jeden von ihnen Ziel und Mission sein kann.

peacecamp besteht aus drei Phasen,
- Vorbereitung im eigenen Land, unter Anleitung des jeweiligen Gruppenkoordinators.
Das diesjährige peacecamp beinhaltet eine besonders intensive gemeinsame Vorarbeit der beiden Gruppen aus Israel unter Anleitung ihrer beider Koordinatorinnen.
Des Weiteren hat die gemischte österreichische Gruppe, angeleitet von der Trauma-Pädagogin Caroline Koczan, im Vorfeld sehr intensiv an der Konsolidierung der „österreichischen“ und der „asylsuchenden“ Teilnehmer gearbeitet; in diesem Rahmen standen sie bereits als Gruppe gemeinsam auf der Bühne (peacecamp-Matinee am 6. Juni 2016 im Theater Odeon). Auch diese Gruppe wird nach dem peacecamp gemeinsam mit Frau Koczan weiterarbeiten.
- Elftägige Begegnung in Österreich, bei der die Abgeschiedenheit des Ortes und ein sehr strukturiertes Arbeitsprogramm (siehe „Schedule“) ein der Bearbeitung des psychosozialen Gefüges dienliches Setting bietet. Während der Begegnung stehen pädagogisch-therapeutische Formen der Aufarbeitung psychosozialer Belastungsfaktoren und die Suche nach Formen und Möglichkeiten der Anpassung an die oft radikal veränderte neue Realität im Vordergrund.
- Nachbereitung zur subjektiven wie objektivierbaren Evaluierung mittels Fragebögen, Erfahrungsberichten sowie eines begleitenden Forschungsprojekts durch einen externen Forscher. Fortsetzende Zusammenarbeit der jüdischen und arabischen Jugendlichen in Israel sowie der österreichischen Gruppe in Wien mit pädagogisch-therapeutischen Mitteln.

peacecamp 2016 ist das 14. peacecamp seiner Art.
Jedes peacecamp hat ein seinen psychosozial relevanten Themen entsprechendes Programm.

Für peacecamp 2016 ist eine zweite Begegnung aller Teilnehmer in Wien, Sommer 2017 angedacht.


Juni 2016
Mag. Evelyn Böhmer-Laufer
https://peacecamptexts.blogger.de/
http://2016.peacecamp.net/

(Anmerkung: Aus Gründen der Lesbarkeit haben wir auf die separate Verwendung weiblicher und männlicher Schreibformen verzichtet. Es sind natürlich immer beide Geschlechter gemeint und angesprochen.)

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Sonntag, 1. Mai 2016
peacecamp 2016 will take place from July 5th to 15th in Lackenhof and in Vienna:
http://2016.peacecamp.net/
http://2016.peacecamp.net/

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peacecamp 2016 charity matinee
A place4peace:
Sunday June 5th, 2016, at 11 am at the Odeon (Vienna)

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